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alte Setzerwerkstatt

 

Ein Drucktag in der fünften Klasse...

 

Setzen,

Einfärben,

Drucken

mit beweglichen Metallbuchstaben

Dieses Informationsblatt soll euch erklären, wie ihr Buchstaben aus Metall zu einem Textsatz zusammensetzt, wie ihr den Satz mit einer Handwalze einfärbt und schließlich den Text mit der Druckwalze auf Blätter druckt.

Setzen

 Um ein Wort, einen Satz oder einen ganzen Text zu drucken, musst du die einzelnen Buchstaben aus Metall richtig hintereinander "setzen". Dazu benutzt du einen Winkelhaken.Winkelhaken

 Wir legen das Zeilenmaß in seiner Breite mit einer Reglette (so nennt man die Zeilenabstände aus Metall) fest. Diese bestimmt die Einstellung des Winkelhakens. Sodann setzt du jetzt von links nach rechts, allerdings auf dem Kopf stehend, Buchstabe für Buchstabe und Wort für Wort im Winkelhaken zur fertigen Zeile zusammen. Zwischen die Wörter kommt jeweils eine Wortpause, das ist ein Metallstück ohne Buchstabe. Solche Teile nennt man Blindmaterial, weil sie nicht drucken oder Ausschluß (von ausschließen).

 

 

 

Ein Setzschiff, das ist eine Art Kuchenblech, nimmt Zeile für Zeile auf. So entsteht der Schriftsatz deines Textes vor dir. Du siehst ihn allerdings  auf dem Kopf'. Der Satz wird mit Schließstegen eingerahmt und mit kräftigen Schließmagneten auf dem Setzschiff fixiert.

 Danach legst du den fertigen Satz mit dem Setzschiff in die Druckanlage.

 Druckwerkzeuge

Einfärben

 Auf die Glasplatte neben der Druckwalze bringst du ein ungefähr erbsengroßes Stück Farbe auf Diese wird mit einer Spachtel gleichmäßig auf dem Glas verteilt. Mit der Färbewalze walzt du die Farbe sehr fein auseinander, bis die Farboberfläche seidig glänzt. Die Handwalze soll rundum gut mit einer dünnen Farbschicht überzogen sein. Von deiner Geschicklichkeit beim Einfärben hängt es ab, wie klar der Druck aussieht und wie lange die Farbe trocknen muss.

 Beim Einfärben der Buchstaben kommt es darauf an s a u b e r zu arbeiten. Wie ein Flugkapitän musst du beim Einfärben die Handrolle auf den Buchstaben landen und wieder abheben lassen. Alle Buchstaben, auch die außen herum müssen gleichmäßig mit Farbe bedeckt sein. Falls Blindmaterial (Wortpausen, Regleiten oder Schließstege) mit Farbe verschmutzt sind, musst du sie sofort abwischen, da sonst das Papier verschmiert wird. Die Handwalze wird auf den Füßen neben die Glasplatte abgestellt.

 Übrigens müssen deine Hände sauber sein, sonst verschmierst du Blätter und Werkzeug immer von Neuem mit Farbe.

 Drucken

 Den Papierbogen hältst du so zwischen Daumen und Zeigefinger der linken (rechten) Hand, dass er leicht nach oben gebogen ist. Mit dem Daumen der anderen Hand drückst du ihn mit dem Rand auf einen Steg in geeignetem Abstand links oder rechts von den Buchstaben. Ist der Bogen so eingerichtet, dass der Druck mitten aufs Blatt kommen wird, kannst du ihn auf die Buchstaben fallen lassen..

 Wenn du sachte darüber streicht, klebt er von selber an der Farbe fest.

 Die Druckwalze rollst du nur je einmal hin und zurück über den Bogen. Der bedruckte Papierbogen ziehst du vorsichtig ab. Jetzt kannst du feststellen ob dein Druck gelungen ist.

 Zum Trocknen werden die Drucke für zwei bis drei Tage in die Trockenfächer des Setzpultes gelegt.

Druckpresse

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Das Drucken hat eine lange Tradition in meinem Unterricht

 

Wormser Zeitung 21.09.1994 Drucktag

Fast so wie ein richtiger Setzer

Drucktechnik als Unterrichtsstoff: Nibelungenschüler lernen / Ziel: Ein Buch

 

wz. HOFHEIM ‑ Das Bild, das sich dem Betrachter am Montag in der Nibelungenschule bot, erinnerte an die intensive Nutzung der Buchdruckerwerkstatt im Klassenzimmer durch die Vorgängerklasse. Diese hatte mit ihrem Klassenlehrer Bertram Schmitt innerhalb von drei Schuljahren im Rahmen von langfristig angelegtem handlungsorientierten Unterricht um das Kernfach Deutsch drei eigene Bücher geschrieben und gedruckt (die WZ berichtete). Während des fünften Schuljahres ruhten die Metalllettern in ihren Setzkästen in Schränken. Nicht sie sondern der Klassenlehrer brauchte von diesem Unterrichtsstoff erst einmal eine Atempause.

Für ihn und seine neuen Schüler und Schülerinnen ging es erst einmal darum, sich zusammenzufinden und das Klassenleben zu organisieren. Ganz fremd blieb den Kindern zumindest ein Teil der Drucktätigkeit nicht. Konnten sie doch vor Weihnachten letzten Jahres mit selbst gefertigten Linolstöcken, Einfärbwalze und Handnudel erste Erfahrungen mit dem Drucken sammeln. Zustande gekommen ist dabei natürlich auch etwas ordentliches: Achthundert , Weihnachtskarten wurden auf Bestellung für Hofheimer Bürger gedruckt. Vom Erlös wurden 500 Mark für bosnische Kinder gespendet.

Für Montag und Dienstag dieser Woche hatte der Klassenlehrer zwei Drucktage angesetzt. Statt des herkömmlichen "normalen" Unterrichtes konnten die Sechstklässler  in vier Gruppen an zwei Vor und Nachmittagen die erste Bekanntschaft mit dem traditionellen Handwerk des Buchdrucks machen.

 Jetzt sollen sie endlich die grundlegenden Fertigkeiten und Kenntnisse des Handsatzes, das Setzen mit Metalllettern, den 'Umgang mit Wortpausen, Zeilen, Winkelhaken und Setzschiff , erlernen fast so wie richtige Setzer, wenn auch mit einigen Vereinfachungen für kleinere Kinderhände versteht sich. Über das Textmaterial hat sich Bertram Schmitt bereits Gedanken gemacht. Schülertexte zu einer fachübergreifenden Unterrichtseinheit über "Tiere" liegen etliche vor. Sie beziehen sich auf Lesestücke, schildern eigene Erlebnisse oder beschreiben Tiere. Auch das schuleigene Hühnergehege als Beispiel für artgerechte Hühnerhaltung, im Gegensatz zur fabrikmäßigen Eierproduktion in Legebatterien, wurde zum Unterrichtsgegenstand. Ausgewählte Texte sollen gesetzt und gedruckt und ebenso wie Linolschnitte später in einem Buch zusammengefasst werden. Bis dahin stehen Klasse und Lehrer jedoch noch viele Wochen Arbeit bevor.

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Handwerkzeuge des Setzers

 

Mannheimer Morgen 12.01.95

Schuldruckerei rotierte für einen guten Zweck

Hofheimer Hauptschulklasse engagierte sich für Kinder in Bosnien und Kroatien

 

Hofheim. (zg) "Mitten in Europa gibt es nach wie vor Krieg. Die Opfer sind vor allem Frauen und Kinder." Die Schüler der Klasse 6 der Hofheimer Nibelungenschule und ihr Klassenlehrer Bertram Schmitt wollen nicht tatenlos zusehen, wie Kinder und Jugendliche in Kroatien und Bosnien unter der hoffnungslosen Situation in ihren Ländern z u leiden haben. Schon im vorletzten Jahr hatte der Lehrer mit seinen damaligen Fünftkläßlern die Klassendruckerei genutzt. Mehr als achthundert Weihnachtskarten wurden per Linolschnitt gedruckt und an Hofheimer Bürger verkauft. 500 Mark konnten die Schülerinnen und Schüler an Organisationen überweisen, die Menschen im bosnischen Kriegsgebiet helfen wollten.

 Nicht gefallen daran habe ihm aus pädagogischen Gründen so meinte Lehrer Schmitt, daß für die Kinder nicht recht nachvollziehbar gewesen sei, was mit ihrern Spendengeld passiere, da von den großen Organisationen keine Rückmeldung zu erhalten gewesen sei. Dieses Mal sei er in einer Sammelrundverfügung des Staatlichen Schulamtes auf die Aktion der Unesco Projektschulen gestoßen. Dies seien Schulen, die sich für Friedenserziehung und internationale Verständigung besonders engagierten. Im September hätten die 100 zum Netzwerk gehörenden Schulen bundesweit eine Unterstützungsaktion für Kinder und Jugendliche in den Flüchtlingslagern gestartet.

 Nach Erhalt genauerer Informationen hätten sich die Klasse und er dafür entschieden, die Hälfte ihrer Verkaufserlöse sowie Spenden für Kinder in Bosnien und Kroatien zu überweisen. Mehr als 700 Karten haben die Kinder meist an Nachmittagen auf Bestellung für Hofheimer Leute gedruckt und ausgeliefert. Damit war zum Teil viel Lauferei verbunden, wenn z. B. Leute, die Karten wollten, mehrmals nicht zu Hause waren. Eher schleppend sei der Direktverkauf für Lehrer und Schüler in der Schule verlaufen. Hier könne vielleicht die vorweihnachtliehe Beanspruchung der Kollegen und dadurch mangelnde Information der Schüler als Erklärung angeführt werden.

650 Mark betrug der Reinerlös. 350 Mark wird die Klasse für kroatische und bosnische Kinder überweisen. "Dieses Ergebnis sei zwar nicht ganz so gut wie das letzte, könne sich aber dennoch sehen lassen. Da wir nicht nur Weihnachtskarten sondern auch andere Karten drucken, werden wir überlegen, wie wir die Aktion auch im neuen Jahr noch weiterführen können", so Bertram Schmitt.

 Um über die konkreten Bedürfnisse vor Ort Genaueres zu erfahren, wolle er Kontakt mit einer Schule in Kroatien oder Bosnien aufnehmen. Dadurch sei es möglich, mehr über die Hintergründe des Konfliktes auch für die Schüler wahrnehmbar zu machen. Darüber hinaus sei es angebracht auch die Elternschaft und andere Schulen zu bitten, die Hilfsaktion zu unterstützen. Spenden können unter dem Stichwort "Schulen handeln" direkt eingezahlt werden auf das Konto 43 597 665 der deutschen Unesco Kommission: Sparkasse Bonn (BLZ 380 500 00).

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Setzen und Drucken in der Hauptschule, Broschüre von Willi MollenhauerIn diesem Heft aus 1990 berichtet Willi Mollenhauer ausführlich und anregend über die Arbeit mit der Klassendruckerei. Vieles, was ich mache, habe ich von ihm gelernt.
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